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Baugrubenplanung Sophienkontor Kiel

Blick über die Baustelle
Daten und Fakten
Firma Stump-Franki Planung GmbH
AuftraggeberSophienblatt Projektentwicklungsges. mbH & Co. KG
Stadt/LandKiel - Deutschland
Projektart Planung
Bauzeit08.2019 - 04.2020

Ressourcenschonende Optimierung von Baugrube und -werk mittels neuer Planungstechnologie

Das Grundstück im Zentrum von Kiel befindet sich nur einen Steinwurf entfernt von den Kieler Förde, dem Hauptbahnhof und der ehemaligen Landeszentralbank. In hervorragender und angenehmer Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft über urban space aus Hamburg, wurde die bauseitige Entwurfsplanung der Baugrube durch Stump-Franki Planung optimiert und verschlankt, bei gleichzeitiger Gewinnung von mehr umbautem Raum.

Nachhaltige Optimierung

Ursprünglich war eine ein- bis zweigeschossige Unterkellerung des Neubaus mit sehr vielen Sohlsprüngen und bereichsweiser Pfahlgründung anvisiert, die durch eine bauseitig geplante überschnittene, rückverankerte Bohrpfahlwand d = 80 cm mit 10 cm Überschnitt als Baugrubensicherung umschlossen werden sollte.

Anhand unseres Optimierungsvorschlages mit einer Zwei-Phasen-Schlitzwand d = 60 cm und eines zweiten Volluntergeschosses konnte zum einen großflächig Nutzraum im 2. UG gewonnen werden, bei gleichzeitiger Reduzierung des Betonverbrauchs für den Verbau um knapp 20 %. Zum anderen entfällt die Entsorgung von Bauschutt und Boden aus den Überschnittbohrungen der ursprünglich geplanten Bohrpfahlwand  und den etwaigen Gründungspfählen.

Als besonderes Plus kam auch das schnellere Herstellungsverfahren der Schlitzwand im Vergleich mit der zeitintensiven Herstellung einer überschnittenen Bohrpfahlwand positiv zum Tragen.

Präzise Darstellung mit 3D-Technologie

Aufgrund der bereits erwähnten engen Platzverhältnisse und der dreiseitigen und zum Teil historisch schützenswerten Nachbarbebauung wurde auch bei der Planung auf höchstem Niveau durch den Einsatz der 3-D-Technologie gearbeitet.

Dies hatte insbesondere bei der Darstellung der Verpressanker unter den Nachbargebäuden mit Pfahlgründung etliche Vorteile, da auf diese Weise effektiv Kollisionen vermieden werden und gradgenaue Neigungs- und Schwenkwinkel angegeben werden können.

Ebenso ergeben sich Vorteile im Bereich von einspringenden Schlitzwandecken, wo die Anker aus zwei Richtungen in den gleichen Bodenkörper geführt werden müssen, ohne sich zu überschneiden.

Baubegleitende ressourcenschonende Planung

Bei der Ressourcenschonung wurde eng mit dem Gutachterbüro IGB in Kiel zusammengearbeitet. Durch deren Nachsondierungsarbeiten konnte die genaue Lage der dichtenden Mergelschicht festgestellt werden. Diese Erkenntnisse halfen, um Schlitzwandlängen im größeren Maßstab zu sparen.

Unter Gewährleistung der Mindesteinbindetiefe konnten die Schlitzwandunterkanten genau auf die Baugrundschichtung abgeglichen und damit größtenteils höher gelegt werden. Die während der Bauphase festgestellten Schichtunterkanten beim Schlitzen bestätigten die zuvor vorgenommene Optimierung, die hier in der Abbildung von Stump-Franki Planung als Abwicklung treppenartig dargestellt wurde.